!!! DIE VERANSTALTUNGEN FALLEN LEIDER AUS, DA MICHAEL KRÄTKE ABGESAGT HAT !!!
Termin: Freitag, 8.2., 18h bis Samstag, 9.2.2007, 16:00 Uhr
Ort: Institut für Politikwissenschaft in der Phil-Fak, Wilhelm-Röpke-Str. 6
Programm:
Freitag, 8.2.2007, Gastvortrag, Raum B311
18:00 – 20:00: Michael Krätke (Amsterdam): Weltökonomie und Weltpolitik. Was ein Klassiker wie Karl Marx über die heutige Welt zu sagen hat
im Anschluss: gemeinsames Abendessen
Samstag, 9.2.2007, Workshop, Raum B510
9:30 – 10:30: Leo Bieling (Marburg): Zur Rezeption des Neogramscianismus in der Marburger Integrationsforschung
10:45 – 12:45: Michael Krätke (Amsterdam): Gramsci auf dem Weltmarkt. Wie die Neogramscianer sich die kapitalistische Weltökonomie erklären
- Mittagspause –
14:00 – 15:30: Dieter Plehwe (Berlin): Transnationale Klasse und Neogramscianismus
15:30 – 16:00: Abschlussdiskussion
Kontakt und Anmeldung:
Wir bitten um Anmeldungen und können auch gerne Übernachtungsplätze organisieren (Privatunterkünfte): Christina Deckwirth, Tel. 06421/28-24364 oder 030-61657783, deckwirth@staff.uni-marburg.de oder Daniel Seikel, Tel. 06421-28-24364, seikeld@staff-uni-marburg.de
Hintergrund und Wirkung extrem rechter türkischer Organisationen in der BRD
Referent: Dr. Kemal Bozay
Datum: 29.01.08
Uhrzeit: 18.30
Ort: Geb.4, Raum 111/112 FH-Frankfurt (Nibelungenplatz)
Hamburg (ots) – Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins „Panorama“ fordert der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner im Wahlkampf, Ausländer, die Deutsche beschimpfen, auszuweisen. Wörtlich sagte er kürzlich auf einer Veranstaltung in Frankfurt-Hausen: „Wer zu uns ,Scheiß Deutsche‘ sagt, der hat hier nichts mehr verloren.“ Und detailliert führte der ehemalige Justizminister aus, man müsse „die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass ausländische Jugendliche, die sich bei uns so schlecht fühlen, dass sie die hiesige Bevölkerung beschimpfen müssen, sofort ausgewiesen werden.“ („Panorama“: Donnerstag, 24. Januar, 21.40 Uhr, Das Erste.)
Am 17. Januar 2008, 20.00 Uhr findet in Hörsaal 110, Hörsaalgebäude (Biegenstraße 14, 35037 Marburg) eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Traditionen und Perspektiven kritischer (Politik-)Wissenschaft in Marburg“ statt.
Es diskutieren:
Dr. Stefan Schmalz (Uni Kassel): „Gab es eine Abendrothschule?“
Prof. em. Dr. Georg Fülberth (Uni Marburg): „Mythos rotes Marburg“
Prof. Dr. Klaus Dörre (Uni Jena): „Bedeutung der ‚wissenschaftlichen Politik‘ Abendroths heute“
Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf (Uni Marburg): „Situation und Perspektiven kritischer Politikwissenschaft in Marburg“
Moderation: Christina Deckwirth (Uni Marburg)
Am Institut für Politikwissenschaft in Marburg wird es in Zukunft keine Professur mit marxistisch inspirierter Forschungsperspektive mehr geben. Diese Forschungsperspektive hatte in den vergangenen 50 Jahren das Institut geprägt. Von 1950 bis 1972 lehrte dort der Marxist Wolfgang Abendroth, in den 70er Jahren wurden im Zuge der Öffnung der Hochschulen eine Reihe seiner Schüler berufen. Altersbedingt verließen sie in den vergangenen Jahren die Universität – und mit ihnen der Marxismus.
Als letzter Abendrothschüler in der Politikwissenschaft wurde 2006 Frank Deppe emeritiert, seine Nachfolge mit der Denomination „Internationale Politische Ökonomie mit Schwerpunkt Europäische Integration“ ausgeschrieben. Nachdem der Erstplatzierte auf der Berufungsliste seine Bewerbung zurückzog, intervenierte das Präsidium gegen die Berufung des Zweitplatzierten Dieter Plehwe, indem es die Professur strich. Während Senat und Fachbereichsrat dieses Vorgehen kritisierten, akzeptierte das Institut für Politikwissenschaft per Mehrheitsbeschluss „unter Protest“ die Stellenstreichung. Gegenüber der Presse erklärte der Geschäftsführende Direktor des Instituts Peter Henkenborg, das Institut sei trotz Stellenkürzung „zukunftsfähig aufgestellt“. Die Vermutung liegt nahe, dass es der Mehrheit der verbliebenen ProfessorInnen durchaus gelegen kam, endgültig mit der marxistischen Tradition des Instituts zu brechen.
Die Abendrothschule „hatte ihren Höhepunkt“, erklärte der Präsident der Philipps-Universität Marburg Volker Nienhaus gegenüber der Presse, „der liegt aber nicht in der Zukunft“. Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts sehen dies anders und gründeten aus Protest gegen Direktorium und Präsidium eine „Initiative zur Rettung kritischer Wissenschaft“. Dieser gelang es, die unter Bezug auf ökonomische „Notwendigkeiten“ begründete Entscheidung des Präsidiums zu politisieren und Öffentlichkeit herzustellen. Einfluss auf die Entscheidung von Präsidium und Direktorium zu nehmen gelang ihr jedoch nicht.
Auf der Podiumsdiskussion geht es um die Frage, was sich hinter der „Abendrothschule“ verbirgt. Daran anknüpfend sollen heutige Bedeutung und Perspektiven des Forschungsansatzes diskutiert werden.