Archiv für November 2008

Uni-Fachbereiche sollen Sonderopfer leisten

http://www.op-marburg.de/newsroom/lokal/dezentral/lokal/art655,738622#

Marburg. Bereits im Uni-Senat hatte der Marburger Uni-Präsident Professor Volker Nienhaus die Streichliste vorgestellt, diese Liste bekamen allerdings nur die Senatsmitglieder und nicht die Pressevertreter zu sehen. Der OP liegt jetzt die Liste vor.
von Manfred Hitzeroth

Zusätzlich zu der zweieinhalbprozentigen Kürzung quer durch alle Fachbereiche der Universität hat das Präsidium in einer speziellen „Streichliste“ die „Sonderopfer“ aufgelistet, die einzelnen Fachbereichen zusätzlich zugemutet werden sollen, um in den kommenden drei Jahren das Defizit der Universität abzubauen (die OP berichtete). Dabei geht es um die Stellen, die in diesem Jahr sowie von 2009 bis 2011 zur Wiederbesetzung anstehen. In grüner Farbe sind die Stellen aufgeführt, die zur Freigabe anstehen, blau eingefärbte Stellen sollen auf Zeit unbesetzt bleiben, und rot eingefärbt sind die Stellen, die abgebaut werden sollen.

Im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie sollen die beiden Juniorprofessuren für Philosophie und Politikwissenschaften gestrichen werden, und im Fachbereich Evangelische Theologie soll die Professur für Sozialethik nicht mehr besetzt werden.

Gegen den geplanten Abbau von einer Lektorenstelle in der Romanistik gab es bereits eine Protestaktion von rund 50 Studierenden, die Uni-Präsident Nienhaus eine Unterschriftenliste gegen dieses Vorhaben übergaben. Die Studierenden befürchten, dass der universitäre Italienisch-Unterricht durch den Wegfall der Stelle einer Lektorin und die Übernahme der Lehre durch bezahlte Lehrkräfte großen Schaden nehmen würde. Auch drei Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeitern in der Altphilologie und eine Ratsstelle in Mittellatein sollen abgebaut werden.

Insgesamt vier Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeitern und zehn Technikerstellen sollen im Fachbereich Chemie abgebaut werden, wenn man der Streichliste des Präsidiums folgt. Zudem sollen jeweils eine Professur bei den Erziehungswissenschaften, eine Professur in der theoretischen Physik und eine Juniorprofessur in der Informatik nicht weiterbesetzt werden. Über die meisten Fachbereiche verteilt finden sich auf der Streichliste auch noch 12 Professuren, die bis zu drei Jahre lang unbesetzt bleiben sollen. Zudem sind noch die Stellen benannt, die zur Wiederbesetzung freigegeben sind.

Senatsmitglied Professor Eckhard Rohrmann (Demokratische Initiative) bemängelte in der Sitzung des Uni-Senats, dass im Gegensatz zum „Streichpapier“ des Uni-Präsidiums im Jahr 2004 bei der diesjährigen Streichrunde die genaueren Erläuterungen fehlen, wieso die einzelnen Stellen nicht mehr besetzt werden sollen. Uni-Präsident Nienhaus gestand ein, dass die Streichliste „nicht den Charme des Papiers von 2004“ besitze und dass es darin „durchaus Ungereimtheiten und zufällige Entscheidungen“ gebe. Andererseits stehe die Marburger Universität jetzt unter dem starken Zwang, vor allem in den Jahren 2009 und 2010 überdurchschnittlich viel Personalkosten einzusparen.

Die Finanzkrise: Ursachen, Auswirkungen, Antworten – Interview und Text von Thomas Sablowski

Interview zur Wirtschaftskrise mit Radio Z, Nürnberg.

Kapital, Kredit, Krise: Zur Kritik der finanzdominierten Akkumulation und Regulation, in: ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 533 / 21.11.2008